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Integrationskonzept

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Integrationskonzept "Ankommen und Leben im Landkreis Görlitz"

Für die älteren

Für die älteren Befragten spielt eher die Möglichkeit der Arbeitsaufnahme eine Rolle. Dies ist für sie wichtig, um sich leichter zu integrieren, Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen und eigenständig und unabhängig für den eigenen Lebensunterhalt und den der Familie zu sorgen. Von den 1.110 Geflüchteten im Landkreis sind 500 arbeitslos gemeldet, das entspricht 2,6% der gesamten Arbeitslosen im Landkreis. Gleichzeitig werden diese beiden Themen – Ausbildung und Arbeitsmöglichkeiten – als die Felder mit den meisten Hindernissen beschrieben. Aus Sicht der Geflüchteten gibt es zu wenig Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten in den Unternehmen im Landkreis. Außerdem gibt es von den Unternehmen Vorbehalte und Vorurteile gegenüber Geflüchteten und ihrer Eignung im Unternehmen. Geflüchtete haben in polnischen Arbeitsmigranten eine große Konkurrenzgruppe, da diese kulturell näher sind und viele, vor allem bürokratische Hürden bei einer Einstellung einfacher zu meistern sind. Für EU-Bürger ist es generell einfacher, Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt- und Ausbildungsmarkt zu erhalten, wodurch sich ansässige Unternehmen eher für einen polnischen Mitarbeiter als einen Nicht-EU-Bürger entscheiden. Allerdings gibt es auch hier viele positive Beispiele, die das Gegenteil belegen. An dieser Stelle wäre aus Sicht der Geflüchteten eine bessere Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Plätzen durch Ämter und Behörden notwendig, vor allem bei der Bearbeitung von Anträgen für die Bewilligung einer Ausbildung oder einer Anstellung. Ein Teil der Interviewten äußerte den Wunsch nach selbstständiger Tätigkeit in einem eigenen Geschäft. In einer besonderen Situation befinden sich Menschen mit dem Status der Duldung. Eine Duldung ist per Definition eine „vorübergehende Aussetzung der Abschiebung“. Sie stellt keinen Aufenthaltstitel dar und begründet daher auch keinen rechtmäßigen Aufenthalt. Dies hat verschiedene Konsequenzen für die Betroffenen, was den Zugang zu Sprach- und Integrationskursen, zum Arbeitsmarkt und ihre Wohn- und Versorgungssituation betrifft. Die Möglichkeiten von Entscheidungen über die Gestaltung des Lebens sind stark eingeschränkt, was häufig zu Frustration, Krankheit und unter Umständen auch Gewalt führt. 28 |

Gleichzeitig sind Geduldete für lange Zeiträume, oft Jahre, in Deutschland, bis sich am Aufenthaltsstatus etwas ändert oder sie wieder ausreisen. An dieser Stelle ist es entscheidend, welche Perspektiven und Möglichkeiten auch diesen Geflüchteten geboten werden können. Aus Untersuchungen mit Langzeitarbeitslosen sind die Auswirkungen dauerhaften Nichtstuns hinreichend bekannt, besonders ins Gewicht fallen die zusätzlichen Belastungen der Sozialkassen. Die unklare bzw. unsichere Bleibeperspektive von Geduldeten erschwert bspw. die Aufnahme einer Arbeit zusätzlich. Hier wäre es hilfreich, Unternehmen auch für kurzfristige Arbeitsgelegenheiten zu öffnen. Aktuelle Situation aus Sicht der Helfersysteme Zusammenfassung: Im Landkreis Görlitz gibt es viele engagierte Menschen, die sich um die Integration von Migranten und Geflüchteten bemühen. Das Zusammenspiel zwischen Haupt- und Ehrenamt hat sich im letzten Jahr deutlich verbessert. Es bleibt jedoch aufgrund der Komplexität des Integrationsprozesses weiter viel zu tun. Schwerpunkte sind hier Informationen für die Unterstützer und Wertschätzung der engagierten Personen im öffentlichen Raum. Das Helfersystem im Landkreis Görlitz umschließt ehrenamtliche und hauptamtliche Personen. Diese sind in Initiativen und Bündnissen, Vereinen, Trägern von Einrichtungen (GUs, Treffpunkten) und Sprach- und Integrationskursen aktiv. Diesen Menschen ist es mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement maßgeblich zu verdanken, dass in den vergangenen Jahren im Landkreis Görlitz Integration stattgefunden hat und heute stattfindet. Sie haben dafür gesorgt, dass der Landkreis Görlitz seine Vorgaben und Projekte umsetzen konnte, um insbesondere mit den zugeteilten Geflüchteten angemessen umzugehen und sie aufzunehmen. Auch 2018 konnte der Landkreis Görlitz in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Initiativen bereits 97 integrative Maßnahmen umsetzen und durchführen. Aktuell erarbeitet die Ausländerbeauftragte des Landkreises | 29

Gesundheit / Soziales

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Integrationskonzept
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