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Integrationskonzept

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Integrationskonzept "Ankommen und Leben im Landkreis Görlitz"

perspektive und die

perspektive und die damit einhergehenden Möglichkeiten der Lebensgestaltung. Beim Blick in die Zukunft nennen die Geflüchteten vor allem die Möglichkeit zu arbeiten und zu lernen, um den eigenen Lebensunterhalt und den der Familie selbst zu bestreiten. Als wichtigsten Integrationsfaktor sehen die Geflüchteten den Erwerb der deutschen Sprache. Sie ist der Schlüssel zur Integration. Zurzeit leben 1.110 Asylsuchende im Landkreis Görlitz. Die Anzahl der Asylsuchenden im Landkreis hatte 2015 ihren Höchststand mit ca. 2.300 Personen. Seitdem gehen die Zahlen jedes Jahr zurück. Von den derzeit 1.110 Geflüchteten sind ca. 2/3 in Gemeinschaftsunterkünften und 1/3 in Wohnungen untergebracht. Der größte Anteil der Geflüchteten stammt ursprünglich aus Syrien und Afghanistan. In diese Beschreibung sind die Aussagen aus Interviews 6 mit geflüchteten Menschen eingeflossen, die sich derzeit in Görlitz und im Landkreis aufhalten. Der Großteil der Befragten stammt auch hier aus Syrien und Afghanistan und ist derzeit mit einer 3-jährigen Aufenthaltsbewilligung in Deutschland bzw. steht unter subsidiärem Schutz 7 . Die Geflüchteten schätzen ihre momentane Situation in Deutschland als positiv ein. Auf einer Skala von 1 bis 10 ergab sich ein Mittelwert von 7 Punkten. Dies hängt vor allem mit dem Gefühl von Sicherheit zusammen und der im Vergleich zum Herkunftsland verbesserten Lebenssituation. Den größten Einfluss auf das Befinden hat die persönliche Bleibeperspektive der Geflüchteten. Besteht zumindest eine befristete Aufenthaltsbewilligung, ist die Einschätzung der Situation deutlich positiver. Je unsicherer die Perspektive, umso negativer die Einschätzung. Eine negative Einschätzung kommt vor allem von Menschen, die mit einer Duldung in Deutschland sind. 6 Der Zusammenfassung liegen 21 Interviews (Stand 21.09.2018) zu Grunde, die in Görlitz und Niesky geführt wurden. Die Befragten sind im Durchschnitt 28 Jahre, davon 7 Frauen und 14 Männer. Im Durchschnitt sind die Befragten seit ca. 3 Jahren in Deutschland, meist in Görlitz. Sie stammen zum Großteil aus Syrien (15) und Afghanistan (5). 7 Siehe Begriffserklärungen, Kapitel 2 26 |

Deren Möglichkeiten (vorgeschriebener bzw. eingeschränkter Wohnsitz, Arbeitsaufnahme nur unter Zustimmung, teilweise Ausgabe von Gutscheinen anstatt Bargeld, permanente Abschiebemöglichkeit) stellen sich sehr eingeschränkt dar. Das Thema Sicherheit spielt für alle Befragten die wichtigste Rolle. Hier geht es vor allem darum, nicht mehr von Krieg und Verfolgung bedroht zu sein, insofern die Befragten aus Kriegsgebieten stammen. „Ich kann nachts ruhig schlafen. Meine Kinder können sich frei bewegen. Hier ist kein Krieg und es sind keine toten Menschen. Ich muss keine Angst um mein Leben haben.“ In diesem Zusammenhang kommt immer wieder auch die Situation von Familienangehörigen zur Sprache. Teilweise sind enge Familienmitglieder ebenfalls in Deutschland oder anderen EU-Ländern, bei anderen ist die Situation deutlich ungewisser, weil sich die Familie noch im Kriegsgebiet aufhält. Als die wichtigste Integrationsaufgabe sehen die Geflüchteten, ebenso wie die befragte Bevölkerung, den Erwerb der deutschen Sprache an. Die Verständigung ist der Schlüssel für alle anderen Aktivitäten, die eine Integration befördern. Als besonders positiv wird die Möglichkeit zu lernen bewertet. Dies schließt sowohl den Besuch einer Schule (Perspektive Abitur und anschließendes Studium) als auch die Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren, ein. Darüber sprechen insbesondere die jüngeren Geflüchteten. Über die Hälfte der Geflüchteten im Landkreis Görlitz ist unter 35 Jahre alt, womit ein hohes Potential für nachzuholende Schulabschlüsse und Ausbildungen besteht. Wobei ca. 50% der Geflüchteten ohne einen Schulabschluss oder eine formale Ausbildung nach Deutschland kommen. Allerdings sind unter den Geflüchteten auch 20%, die Abitur oder Fachhochschulreife nachweisen können. | 27

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